Die Früchte der häufigen Beichte – Reinigung und Gnade

Aus dem treuen Empfang des Bußsakraments erwächst Reinheit der Seele, Wachstum in der Gnade und Minderung der Schuld, bis das übernatürliche Leben sich festigt und der Mensch in geordneter Hingabe vor Gott wandelt.

„Es ist Überzeugung aller Frommen, dass, was immer in der Kirche Gottes an Heiligkeit, an Frömmigkeit und Gottesfurcht durch göttliche Güte in dieser Zeit erhalten geblieben ist, zum großen Teil der Beichte zugeschrieben werden muss, sodass es niemand wundern darf, wenn der Feind des menschlichen Geschlechtes, der ja stets darauf bedacht ist, den katholischen Glauben von Grund aus zu vernichten, durch die Diener und Helfershelfer seiner Gottlosigkeit dieses Bollwerk christlichen Lebens aus allen Kräften zu überwältigen sucht.“

So der römische Katechismus 2. Teil, 5. Kap., 32. Frage.

Kann es eine bessere Empfehlung für den häufigen und andächtigen Empfang des heiligen Bußsakramentes geben, als dieses herrliche Lob auf die Früchte der Beichte, gespendet von einem Buche, hinter dem die Autorität der römischen Kirche steht? In der Tat gibt es keine kräftigere Anspornung zum öfteren Empfange des Bußsakramentes als die Betrachtung der Früchte, die uns dieser Empfang bringen wird.

Von der Wirkung der einzelnen Beichte ist schon oben die Rede gewesen. Was nun die einzelne Beichte nur für den Augenblick oder für kurze Zeit in der Seele hervorbringt, das wird in der öfteren Beichte gehäuft, gesteigert, durch unablässige Wiederholung zu einem dauernden Zustande gemacht. Danach lässt sich schließen, wie wertvoll die Ergebnisse des häufig und andächtig empfangenen Bußsakramentes sind.

Die Wirkung auf die Reinheit der Seele

Die einzelne Beichte tilgt die Makel der lässlichen Sünde und erneuert in der Seele den Schimmer übernatürlicher Reinheit. Die öftere bußfertige Beichte bewirkt, dass dieser beseligende Zustand ein dauernder wird, namentlich wo in den kurzen Zwischenzeiten eifrige Gottesliebe an der Durchführung der Beichtvorsätze sorgsam arbeitet. Gibt es aber ein größeres Glück, als die Seele ununterbrochen frei fühlen von ernsterer Befleckung? Selig, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott anschauen! Die Makel der Schuld in Verbindung mit den freiwillig gehegten verkehrten Anhänglichkeiten ist ja die einzige Ursache, welche die grenzenlose Güte des Heilandes hindert, die Reichtümer seiner Gnaden und Gaben den von ihm so heiß geliebten Seelen im ganzen Umfange seiner göttlichen Freigebigkeit mitzuteilen.

Die Zunahme der Gnade

Die einzelne Beichte, bei der es sich bloß um lässliche Sünden handelt, vermehrt die heiligmachende Gnade: Die öftere Beichte ist daher eine reiche Quelle der Heiligkeit und der Gottesliebe.

Die Heilung und Stärkung der Seele

Die einzelne Beichte heilt die Seele von den Krankheitsstoffen, die sich als Folge des Sieges der verkehrten Neigungen in der Seele ansammeln. Die öftere Beichte verleiht der Seele Frische, Kraft Leichtigkeit und Freudigkeit im Dienste Gottes.

Die Minderung der Strafen

Die einzelne Beichte lässt zum wenigsten einen Teil der durch die Sünde verwirkten zeitlichen Strafen nach.

Die öftere Beichte setzt das Maß unserer Strafwürdigkeit bedeutend herab und mindert die Dauer und Schwere unseres Fegfeuers.

Die bisher aufgezählten Wirkungen der Beichte beziehen sich der Hauptsache nach auf die Wiedergutmachung der Vergangenheit; sehen wir nun jene an, die sich auf die Umgestaltung der Zukunft beziehen.

Fortsetzung folgt

Quelle: Die Devotionsbeichte – P. Ph. Scharsch OMI, 1922

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