Zeitvergeudung

Die rechte Ordnung der Zeit gehört zum geistlichen Leben. Zerstreuung, nutzlose Reue und Hast rauben der Seele Sammlung und Frieden. Nur in Ruhe, Ordnung und gegenwärtiger Treue wächst der Mensch zur inneren Sammlung und zur wahren Heiligkeit.

Wir verschleudern die Zeit, weil wir keine Ordnung haben. Wenn wir etwas für Gott tun sollten oder uns Zeit nehmen sollten für religiöse Sammlung – für den Besuch des heiligen Sakramentes z. B. – dann haben wir „keine Zeit“. Weil wir sie so ungeschickt einteilen. Wie schade, dass wir in unserem Leben nicht mehr Ordnung haben!

Nutzlose Reuegefühle

Es gibt vielerlei Zeitvergeudung: Wie viel Zeit geht verloren in nutzlosen Reuegefühlen! Wie war ich doch töricht und habe sogar Unrecht getan, indem ich die Zeit verschwendete, anstatt geradewegs zu Gott zurückzukehren durch einen Akt der Reue! Starre nie rückwärts auf das Vergangene! Halte dich nicht auf, um über eine Torheit nachzudenken, die du gesagt oder getan, oder um sie zu bedauern. Was geschehen, lass geschehen sein! Wir sind eben arme Geschöpfe und nichts ist so weise, als in der Gegenwart leben.

Träumen bei Tage

Eine andere sinnlose Zeitverschwendung ist das Träumen bei Tage: Phantasiegespräche führen oder Situationen ausdenken, wo wir eine sehr schöne Rolle spielen könnten. Das verzärtelt den Geist.

Die Hast als Zeitverschwendung

Eine andere Zeitverschwendung ist Hast. Hast spart niemals Zeit. Man sagt von einem berühmten Arzt, dass er vor kritischen Operationen den umstehenden Studenten sagte:

„Lasst uns nicht hasten, meine Herrn, denn wir haben keine Zeit zu verlieren!“

Es gibt Menschen, die sich nie ganz ruhig besitzen, die immer in Aufregung sind. Du kennst das Sprichwort:

„Willst du einen Brief nicht beantwortet haben so, schreibe einem sehr emsigen Manne!“

Diese Menschen rennen in die heilige Messe, rennen zur Betrachtung, rennen zum Frühstück, – sie rennen den ganzen Tag. Unter solchen Bedingungen könnte auch ein Heiliger nicht mehr heilig bleiben.

Hast – Feind des inneren Lebens

Hast ist ein Feind des inneren Lebens. Das Schlimmste nach der Sünde ist – zu viel zu tun zu haben. Eines Tages werden wir sagen: „Hätte ich nur nicht in dieser ewigen Hast gelebt!“

Die Heiligen lebten lange Tage. Ruhe und Frieden sind stets ihr Merkmal.

Man kann ja freilich mitten in der größten Zerstreuung mit Gott vereinigt sein, doch ist es nicht der gewöhnliche Weg. Lass von dir nicht sagen, du hättest bei Tagesbeginn eine Viertelstunde verloren und musstest ihr nun den ganzen Tag lang nachjagen. Halte ein wenig inne vor deiner Betrachtung! Gott hört ja nicht auf, im Himmel zu sein, weil du soeben schlechte Nachrichten bekommen hast. Ohne Ruhe wirst du nie große Heiligkeit erlangen.

Heilige Menschen sind fähig, sich zu sammeln.

Quelle: Freuet euch – P. Daniel Considine S. J., 1932

Beitrag teilen:

Buch hier kaufen:

weitere Beiträge:

Nahaufnahme einer Frau in einem hellblauen, zart geblümten Kleid, deren Hand auf ihrem gegenüberliegenden Arm ruht.

Vom Sinn des Kleides

Das Kleid ist mehr als eine bloße Hülle des Leibes. Auch in der äußeren Erscheinung offenbart sich die Gesinnung des Menschen. Christliches Schamgefühl, sittliche Würde und die Treue zur inneren Ordnung reichen tiefer, als es zunächst scheinen mag …
Eine Frau sitzt in einer bäuerlichen Stube am Fenster, während zwei Kinder gemeinsam in einem aufgeschlagenen Buch lesen.

Warum es nicht genügt, den Glauben nur zu besitzen

Viele Katholiken kennen die Gebete und Gebote der Kirche. Doch wie gründlich kennen sie ihren Glauben? Franz Spirago zeigt, welche Bedeutung die Gotteserkenntnis für das christliche Leben hat.
Ein Mann wirft Verpackungsmüll zu Boden, während ein Kind neben ihm dieselbe Handlung nachahmt.

Was ist Ärgernis? – Franz Spirago über das schlechte Beispiel

Ärgernis betrifft die Verantwortung für das Heil des Nächsten. Spirago zeigt, wie Verführung, schlechtes Beispiel und die Rücksicht auf andere das geistige Leben prägen – und wie ernst die Sorge um die Seele genommen werden muß …

weitere Beiträge:

Kleines Kind steht mit gefalteten Händen vor einem Marienbild auf einem Hausaltar mit Kerze und Blumen.

Der erste Unterricht – Grundlage christlicher Erziehung

Aus der heiligmachenden Gnade der Taufe erwächst im Herzen des Kindes die Anlage zu Glauben und Tugend. Frühe religiöse Unterweisung, Gebet und Beispiel der Eltern führen die Seele zur Ordnung Gottes und zur Hoffnung des Himmels.
Zentrierter deutscher Text auf heller Hintergrundfläche mit einer Vase und getrockneten Zweigen am rechten Bildrand.

Misstrauen

Vom Misstrauen zum kindlichen Vertrauen: Gottes Verzeihung tilgt die Sünde, Seine Gnade trägt die schwache Seele und führt sie auf dem Weg zur Heiligkeit.
Heiliger Joseph mit dem Jesuskind, Maria und Engeln in einer himmlischen Darstellung mit Kirchenmodell

Hl. Joseph – Schutzpatron der hl. Kirche

Das Schutzfest des heiligen Joseph weist auf seine von Gott verliehene Würde, seine treue Sorge um Christus und seine mächtige Fürbitte für die bedrängte Kirche, die unter seinem Schutz in göttlicher Ordnung und Hoffnung geborgen ist.
offenes Buch, Brille, Tasse

Keinen neuen Beitrag verpassen:​

Wertvolle Textauszüge aus alten Schriften bieten Nahrung für die Seele. Regelmäßige Impulse laden zum Innehalten ein.