Die schwerste Aufgabe der Erziehung

Von der ernsten Bewährung nach der Jugendzeit: Wenn Leidenschaften erwachen, bedarf es wachsamer Liebe und fester Führung. In guter Gemeinschaft, rechter Zucht und treuer Sakramentenpraxis wird Unschuld bewahrt und der Glaube gestärkt zum Heil der Seele.

Die schwerste Aufgabe der Erziehung kommt nach der Schulentlassung. Neue heftige Leidenschaften erwachen in den Kindern selbst, Versuchungen drohen von außen.

1. Seien Sie darum wachsam.
Sie müssen wissen, welche Freunde und Freundinnen das Kind hat, wo es Vergnügungen sucht und wann es heimkommt. Leichtfertige Gesellschaften sowie Besuche anstößiger Lokale und Kinos müssen Sie verhüten.

2. Fördern Sie gute Gemeinschaften.
Dafür mögen sich Ihre Kinder, wenn tunlich, den katholischen Jugendvereinen anschließen, wo sie unschuldige Geselligkeit und Unterhaltung, Belehrung und Aufmunterung finden.

3. Leiten Sie das Lesebedürfnis.
Trachten Sie, durch gute Bücher das Lesebedürfnis der Jugend zu befriedigen – und durch anständige Erholung an Ihrer Seite die schlechte fernzuhalten.

4. Besondere Vorsicht verlangt der Tanz.
Wie viel Unschuld ist bei dieser Gelegenheit schon verloren gegangen, wenn die jungen Leute allein dabei waren oder allein nach Hause gingen! Deswegen begleiten brave Eltern ihre Kinder unbedingt zu solchen Unterhaltungen, führen die Aufsicht und nehmen die Kinder zeitig mit sich nach Hause.

5. Achten Sie auf Dienst und Arbeitsstätte.
Verhüten Sie nach Möglichkeit die Gefahren im Dienst und auf der Arbeitsstätte der Kinder. Die Hauptsache bleibt braven Eltern nicht größerer Verdienst, sondern Unschuld und Glaube des Kindes.
Sehen Sie sich die Schlafstätten an! Jedes Mädchen muss von Ihnen die Mahnung mit ins Leben nehmen, immer und überall nachts ihr Schlafzimmer abzusperren – und mit männlichen Personen nie heimlich allein zu sein.

6. Bestehen Sie auf der Sonntagsmesse.
Bei Herrschaften und Meistern bestehen Sie unbedingt darauf, dass Ihre Kinder die Sonntagsmesse und die Predigt besuchen.

7. Halten Sie zu den Sakramenten an.
Halten Sie die Heranwachsenden zum öfteren Empfang der heiligen Sakramente an und gehen Sie auch deshalb selbst öfter mit ihnen zur heiligen Beichte und Kommunion.
Das ist die gute Medizin, die das Herz stark macht, das Fieber der Leidenschaften schwächt, das Innere reinigt und mit Jesus, dem Vorbild und Spender aller Tugend, vereinigt – und auch die glorreiche Auferstehung des Leibes und die ewige Seligkeit verbürgt.


Quelle: „Der Ehe Pflicht und Glück“ – P. Ed. Foreitnik C.ss.R., 1931

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