Grundlage der christlichen Erziehung ist die heiligmachende Gnade, mit der Gott in der hl. Taufe auch alle Tugenden, Anlagen und Antriebe wie Samenkörner ins zarte Herz des Kindes legt, die dann nach oben drängen, wie die Pflänzlein nach dem Licht. Deswegen haben Kinder einen Zug nach Gott, Gebet und Religion, – als echte „Gottes-Kinder“.
Erzählen Sie ihnen also frühzeitig vom himmlischen Vater und vom Himmel, vom Jesuskind und von der Himmelsmutter, vom hl. Schutzengel! Kreuzzeichen und kleine Gebetchen lernen die Kleinen so gern, dass sie manchmal selber die vergesslichen Eltern daran erinnern. Und Gott hört sicher dieses stammelnde Gebet der Unschuld.
Allmählich lerne das Kind auch die größeren Gebete und die „Gebote“. Brave und vernünftige Eltern bringen ihren Kleinen bald die wichtigsten praktischen Wahrheiten bei.
„Gott ist unser Vater. – Von ihm haben wir alles Gute. – Lieben wir Ihn! Gott sieht alles. – Er lohnt das Gute, Er straft das Böse. – Lüge, Ungehorsam usw. will er nicht. – Jesus ist für uns am Kreuz gestorben, dass wir in den Himmel kommen. – Mag es kosten was es will, für den Himmel ist nichts zu viel.“
Erklären Sie ihnen die frommen Bilder; – Kinder haben sie so gern! Die Gegenstände in der Kirche, die kirchlichen Feste und Zeiten und Bräuche! Advent, Weihnachten, Fasten, Ostern, Pfingsten, Fronleichnam, Marienfeste.
Pflege christlicher Tugenden im Kind
Pflegen Sie praktisch die Anlagen zu christlichen Tugenden im Kinde! z. B.: Ist ein Familienmitglied krank:
„Kind, bete! Der liebe Gott kann alles und hat uns gern. Er kann auch den Vater, die Mutter gesund machen.“
Bei Heimsuchungen, Leiden, Todesfällen:
„Kind, der liebe Gott weiß am besten, was für uns gut ist. – Was Gott tut, ist wohlgetan. – Gottes Willen zu erfüllen, sei bereit alle Zeit! – Sein Wille geschehe! – Er hat’s zu sich genommen!“ usw.
Die Eltern, besonders die Mütter, müssen die ersten Religionslehrer für ihre Kinder sein. Kinder, die in die Schule eintreten und noch nicht beten gelernt und von den heiligen Religionswahrheiten noch nichts erfahren haben, stellen den eigenen Eltern und bisherigen Erziehern ein schreckliches Armutszeugnis aus; arm an innerem, seelischem Gehalt, wenn vielleicht auch reich an irdischem Hab und Gut.
Quelle: „Der Ehe Pflicht und Glück“ – P. Ed. Foreitnik C.ss.R., 1931