Über die Unanständige Kleidung – Worte vom hl. Johannes Chrysostomus

  • Beitrags-Kategorie:Kleidung / Reinheit
  • Lesedauer:2 min Lesezeit
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In Konstantinopel herrschte unter dem weiblichen Geschlechte eine ungebührliche Hoffahrt und Modesucht. Viele schienen vergessen zu haben, dass die Kleidung in ihrem Ursprunge bestimmt ist,
die Schmach der Sünde zu decken
, und dass es die Ordnung umstürzen heißt, wenn der Mensch
– der Christ – das zu sündhafter Eitelkeit missbraucht, was für ihn ein Beweggrund der Buße,
der Beschämung, der Tränen sein sollte
. Einige wagten es, sich öffentlich in unanständiger Kleidung
zu zeigen. Diesen stellte der Heilige die Größe ihrer Sünde lebhaft vor die Seele und klagte sie an,
dass sie strafbarer seien als solche, welche der öffentlichen Unzucht fröhnen
:

„… Denn diese verführen durch ihre verderblichen Reize nur innerhalb ihrer Häuser, ihr aber suchet die öffentlichen Plätze auf, um der Unschuld Schlingen zu legen. Ihr werdet mir vielleicht antworten, dass ihr noch Niemanden zur Sünde aufgefordert habt. Ich gebe zu, dass ihr solches noch nie durch eure Reden getan habt; allein wären eure Worte nicht tausendmal weniger gefahrvoll als es euer Anzug und eure Unziemlichkeiten sind? Könnet ihr wohl behaupten, unschuldig zu sein, wenn ihr Andere zur Sünde des Herzens verleitet?

Ihr schleifet fein den Dolch und versetzet der Seele einen Stoß, der sie tödlich verwundet. Sagt mir: Wen verdammt die Welt? Wen straft der Richter? Den, welcher das Gift hineintrinkt, oder die, welche es bereiten? Ihr habt den verderblichen Becher gemischt, ihr habt den tödlichen Trank dargereicht! Ich sehe in eurem Verbrechen sogar einen Grad von raffinierter Bosheit, der bei den Giftmischern sich nicht findet: diese töten doch nur die Leiber, ihr aber die Seelen, was unendlich schrecklicher ist. – Sind die Unglücklichen, die ihr verführet, etwa eure Feinde? Haben sie euch eine Unbild zugefügt? Nöthigt euch irgend eine Ursache zu diesem Betragen? Nein, ihr suchet nur euren närrischen Stolz, eure erbärmliche Eitelkeit zu befriedigen; ihr machet den Mord der Seelen – zum Spiele. – Ihr verdient keinen Glauben, wenn ihr euch damit zu rechtfertigen suchet, dass ihr sagt: Wir beabsichtigen nichts Böses.“

Quelle: „Das Leben der Heiligen“ – 1881 – P. Otto Bitschnau O.S.B.

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